Erziehung

Erziehungstipps von Selbsternannten Erziehungs-Experten

Ungefragte Erziehungstipps

  • „Man fängt mit 4 Monaten an mit der Beikost und stillt mit 6 Monaten ab!“
  • „Was? Du stillst noch? Dein Kind ist doch schon ein Jahr alt!“
  • „Kinder gehören abends um 20 Uhr ins Bett!“
  • „Wie bitte? Dein Kind schläft mit euch im Ehebett? Das kriegst du da nie wieder raus!“
  • „Gewöhne dem Kind doch endlich mal den Schnuller ab. Dann hast du zwar drei Tage Geschrei, aber danach ist das Thema gegessen!“
  • „Du verwöhnst dein Kind viel zu sehr!“
  • „Lass das Kind doch mal schreien, das stärkt die Lungen!“
  • „Ab einem Jahr müssten Kinder eigentlich durchschlafen!“

Kennt ihr das auch? Als junge Mutter bekomme ich oft ungefragt viele „wertvolle Erziehungstipps“ von einer Menge selbsternannter Erziehungsexperten. Eltern, Großeltern, Freunde, Erzieher und gerne auch völlig Fremde auf der Straße wissen genau, wie MEIN Kind zu erziehen ist.

In etlichen Ratgebern zum Thema Kinderschlaf, Beikost, Trotzphase etc. kann man sich heutzutage Theorien von Ärzten und Wissenschaftlern und Erziehungstipps von weiteren Experten anlesen.

Klar, als Erst-Mama war ich auch oft unsicher und habe wegen des speziellen Schlafverhaltens meiner Großen auch gefühlt 20 Ratgeber zu diesem Thema verschlungen. Trotz „gutgemeinter“ Erziehungstipps war das Ende vom Lied jedoch weiterhin, dass mein Kind NICHT durchschlief… Weil es noch nicht durchschlafen KONNTE! Es brauchte Nähe, Liebe, Etwas zu trinken, manchmal sogar Etwas zu essen mitten in der Nacht. Und wenn mal sonst nichts war, dann kamen die Zähne.

Wenn ich davon erzählte bekam ich oft als Antwort: „Du verwöhnst dein Kind. Sie tanzt dir auf der Nase herum. Lass sie mal schreien, dann lernt sie schon durchzuschlafen!“

Verwöhnt? Ja klar!

Never ever!!! Außerdem: Verwöhnen? Super! Wer wird nicht gerne verwöhnt? Eine wohltuende Massage im Spa, ein leckeres Essen im Restaurant, ein kleiner Blumenstrauß zwischendurch… Wir lieben es doch auch. Leider ist der Begriff „Verwöhnen“ heutzutage, besonders in der Kindererziehung, sehr negativ behaftet. Ich werde jedenfalls mein Leben lang nicht aufhören, meinen Kindern Gutes zu tun. Und ich sehe nicht ein, warum ich deshalb eine schlechte Mutter sein soll.

Ich habe gemerkt, dass es am meisten Sinn macht, auf das mütterliche Bauchgefühl zu hören. Ja, dem Mutterinstinkt zu folgen, welcher uns leider durch „Supernanny“ und Co abtrainiert wird.

Dem Mutterinstinkt vertrauen

D.h. nicht, dass es falsch ist, sich Hilfe zu holen oder um Rat zu fragen. Aber wir sollten grundsätzlich wieder mehr lernen, auf uns und unsere Fähigkeiten als Mütter zu vertrauen!!! Wir werden nie alles richtig machen (wenn es ein Richtig oder Falsch in diesem Zusammenhang überhaupt gibt…). Jede Mutter soll es eben einfach so machen, wie es sich für sie und ihre Kinder gut und richtig anfühlt.

Wenn das Kind also 2-3 Jahre gestillt wird, „erst“ um 22 Uhr ins Bett geht, im Elternbett selig schlummert, am Liebsten erst die Wurst und dann das Brot ist, seinen Schnuller liebt, nur durch Kuscheln und Tragen einschläft oder was auch immer…

Wenn es allen Beteiligten damit gut geht – so what?

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