Erziehung

Lifehacks für Eltern von A-Z – Das lustige Erziehungs-ABC

Heute habe ich meine Lifehacks für Eltern in einem kleinen Erziehungs-ABC für euch zusammengefasst. Es ist geeignet für Eltern und alle, die es noch werden wollen. Meine persönlichen Erfahrungen, Lifehacks und vieles mehr…

Lifehacks für Eltern im Erziehungs-ABC
Das Erziehungs-ABC

Los geht’s mit dem bunten Erziehungs-ABC:

A – „Aber…“

„Aber“ wird das Wort sein, welches du am Häufigsten hören wirst, sobald dein Kind ca. 2,5 Jahre alt ist. Rechne ca. 376x täglich damit und nimm es gelassen. Wenn das Kind übt zu argumentieren (und nicht nur „Ich will aber“ ruft), wird es sich später in der großen weiten Welt leichter tun und sich gut durchsetzen können. Durchsetzungsvermögen ist schließlich eine gern gesehene, positive Eigenschaft heutzutage oder? Und manchmal haben die Kids tatsächlich bessere Ideen als man selbst. Also, der erste von vielen Lifehacks für Eltern: Es lohnt sich hinzuhören, auch beim 376. Mal ;)!

B – „Bäh“

„Bäh“ ist das Wort, das du möglicherweise sehr häufig hören wirst BEVOR dein Kind 2,5 Jahre alt (oder älter ist). Denn es gibt bei vielen Kindern eine Phase, da ist alles „bäh“. Zucchini, Birne, Schnee, Sand, nasse Füße, Tee, Medizin, barfuß im Gras etc. Eigentlich alles außer Süßigkeiten. Obwohl mein Kind sogar Eis verschmäht… Von mir hat sie das nicht! Aber auch diese Phase geht vorbei und meistens ist hinterher so einiges nicht mehr „bäh“. Plötzlich ist Schneemannbauen großartig, Birne lecker, in Pfützen springen und nasse Füße bekommen lustig und Sand das beste Spielmaterial ever. Ein weiterer meiner Lifehacks für Eltern: Nur Geduld!

C – Chaos

Wem es noch nicht aufgefallen ist: Chaos ist der ständige Begleiter von Eltern. Ich sage immer: „Nach dem Staubsaugen ist vor dem Staubsaugen“. Für Aufräumen gilt das Gleiche. Ich habe schon lange aufgegeben, die Wohnung aufzuräumen, bevor die Große im Bett liegt. Außerdem staubsauge ich schon lange nicht mehr, BEVOR sie ein Spieldate hat, sondern natürlich erst hinterher (Das ist übrigens einer meiner wichtigsten Lifehacks für Eltern!!!). Man lernt ja dazu. Ich lebe gerne frei nach dem Motto: „Ein Genie beherrscht das Chaos“ und ich muss sagen, wenn man danach geht bin ich wirklich obergenial! Als Perfektionist hat man es schwer, aber ich kann nur empfehlen, entspannter zu werden, deine Nerven werden es dir danken!

D – Durchschlafen

Alle, die noch darauf hoffen oder sich wundern, wann das 6-monatige Kind (endlich) durchschläft: Das ist ein Mythos. Es mag (ein paar wenige) Kinder geben, die das tun, aber sie sind die Ausnahme. Meine Große hat mit 2,5 Jahren angefangen durchzuschlafen. Und das klappt auch heute noch lange nicht regelmäßig… Ich kann also als einen meiner weiteren Lifehacks für Eltern nur empfehlen, sich eine gewisse Gelassenheit beim Thema Kinderschlaf zuzulegen. Ach ja, und glaubt nicht alles, was andere Eltern euch erzählen (Kind schläft durch, weint nie, schläft im eigenen Bett, schläft alleine ein etc.): Ich bin mir sicher, nirgendwo wird soviel gelogen, beschönigt oder verharmlost wie bei diesem Thema! 

E – Erziehungsstile

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Erziehungsstilen und unter Müttern und Eltern immer wieder heftige Diskussionen darüber, welcher Stil nun der einzig Wahre und Richtige ist. Wenn ich ehrlich bin, habe ich (beruflich bedingt) 3 Stile kennengelernt ( zumindest in der Theorie). Den Autoritären, den Liberalen und den Laissez fairen. Und keiner davon ganz alleine war das Non-plus-Ultra. Inzwischen kursieren Berichte und Fachbücher über Bedürfnisorientierte Erziehung, Attachment Parenting, Unerzogen aufwachsen etc. im Netz und überall. Als ich Mutter wurde, habe ich von diesen Dingen nichts gehört (zumindest nicht unter dem Namen), sondern einfach nach meinem besten Wissen und Gewissen und meinem Bauchgefühl heraus gehandelt.

Und was soll ich sagen? Das hat mir von ganz alleine gesagt, dass ich die Bedürfnisse meines Kindes ernst nehmen soll, dass ich nur soviel verlangen und erwarten darf, wie das Kind es schon kann. Dass ich eine Ja-Umgebung schaffen soll und meinem Kind so viele Freiheiten wie möglich lassen soll usw. Wie diese Form der Erziehung nun „richtig heißt“ ist für mich Nebensache. Ach ja, irgendwas hat irgendwer sowieso immer an eurem Stil auszusetzen, also macht wie ihr und euer Kind sich damit gut fühlt (einer meiner wertvollsten Lifehacks für Eltern)! Das zählt!

F – Feuchttücher, einer der besten Lifehacks für Eltern (und jeden Anderen)

Dieser gehört zu den grandiosesten Lifehacks für Eltern und ist ein wirklicher Allrounder: Feuchttücher sind aus dem Leben mit Kindern (meiner Meinung nach) nicht wegzudenken. Zumindest machen sie es um einiges leichter. Sie sind einfach richtige Allrounder und haben schon so einige Rettungsaktionen geschafft (zumindest bei uns). Kind ist Schokoeis? Kein Problem, wir haben ja Feuchttücher dabei. Kind hat so ausladend gegessen, dass auch deine Hose Schokoeis abbekommen hat? Kein Problem, mit Feuchttüchern geht (wenn man schnell ist) fast alles raus. Kind hat beim Italiener nicht nur sich selbst, sondern auch den gesamten Tisch mit Tomatensoße eingesaut? Kein Problem, wir haben ja Feuchttücher dabei. Das Kind ist am Spielplatz in die Matschkuhle gefallen? Kein Problem, die Feuchttücher beheben zumindest die gröbste Schweinerei.

Also, ich empfehle immer eine GROßE Packung Feuchttücher dabei zu haben, ganz egal, wo ihr als Familie hingeht. Bei manchen Dingen reichen aber selbst die nicht mehr und eine Dusche muss her, ich sag‘ nur Joghurt-Eincreme-Session…

G – Gelegenheiten

Seit ich Mama bin, weiß ich: Ich muss JEDE Gelegenheit so nutzen wie sie kommt, egal worum es geht, denn ich weiß nicht, wann sich wieder eine bietet. Habe ich früher dienstags gedacht „Ach, am Freitag gehe ich mal wieder shoppen, ich habe keine Termine und das Kind/ die Kinder sind in der KiTa“, würde ich jetzt NICHT mehr bis Freitag warten, wenn es auch vorher geht. Denn wer weiß, was am Freitag wieder ist? Kind krank, Überstunden nötig, Lieblingsladen zu o.Ä. Genau so ist es mit: Wann geh ich duschen, nehme ich mir heute oder morgen die Mama-Auszeit oder oder oder. Ich habe gelernt, den Tag zu leben und zu nutzen, denn Kinder werden einfach zu häufig krank, um lange zu überlegen…

H – Handy

Okay, es gibt bestimmt auch einige Handygegner in Verbindung mit Kindern und Eltern. Aber das Handy hat mir schon so manches Mal über diverse Verzweiflungs-Anfälle, schlaflose Nächte oder Ähnliches hinweggeholfen. Ich meine damit also, dass das Handy für MICH eine willkommene Ablenkung, Informationsquelle usw. ist. Ich meine nicht damit, dass das Kind vor dem Handy abgestellt und abgelenkt werden soll. Obwohl auch das ab und zu legitim ist. Nicht das abstellen, aber die Nutzung. Allerdings vertrete ich dann den Standpunkt, dass ein Elternteil dabei sein sollte (bei kleinen Kindern) und es nicht damit alleine gelassen werden darf. Aber mal eine Folge der Lieblingsserie zwischendurch ist schon erlaubt bei uns.

I – (Mutter-) Instinkt

Nein, Mutter-Instinkt ist keine animalische Sache, die es zu unterdrücken gilt! Sondern, es ist das schon unter Buchstaben E erwähnte Bauchgefühl und unheimlich hilfreich dabei, das „Richtige“ zu tun! Denn dein Mutter- oder Vaterinstinkt sagt dir, wenn etwas nicht stimmt, lenkt deine Entscheidungen und lässt dich wachsam sein für die Bedürfnisse, die Gesundheit und das Leben deines Kindes. Also, vielleicht der lebensrettende unter den Lifehacks für Eltern: Lass‘ ihn dir nicht von selbsternannten Erziehungsexperten, Ratgebern oder wenig wohlwollenden Zeitgenossen abtrainieren. DU weißt am Besten, was gut für EUCH ist und DU bist der Experte für dein Kind!

J – Ja-Umgebung

Nein, es handelt sich hierbei nicht um einen neuen geographischen Begriff. Darauf habe ich nämlich zuerst getippt, als ich das Wort zum ersten Mal gehört habe. Dabei geht es hier schlicht darum, das „Nein“ zu vermeiden bzw. nur zu gebrauchen, wenn es wirklich nötig ist. Ansonsten hilft es, alles möglichst positiv zu formulieren oder anders zu umschreiben. Statt „Nein, nicht das Spielzeug werfen!“ könnte man also einfach „Bitte höre auf damit das Spielzeug zu schmeißen!“ sagen. Und prompt hat man sich ein „Nein“ gespart. Das Kind freut sich und reagiert eher darauf und auch unser Leben ist angenehmer, wenn wir nicht ständig „Nein, nein“ rufend hinter dem Kind herrennen müssen. Deshalb ist es einer der nervenschonendsten Lifehacks für Eltern.

K – Konsequenz

Konsequenz ist ein beliebtes Wort im Zusammenhang mit dem Thema Kindererziehung. Wer nicht konsequent ist, dem tanzen die Kinder (angeblich) auf der Nase rum. Ok, es ist schon richtig, dass man als Eltern klar sein muss. Wenn mir also etwas wichtig ist, dann muss ich auch dahinter sein, z.B. dass der Sand (möglichst) in der Sandkiste bleiben soll oder Ähnliches. Das heißt aber nicht, dass man immer B sagen muss, nur weil man auch A gesagt hat. Auch Eltern dürfen Entscheidungen rückgängig machen oder verändern, wenn sie durch Reflektion merken, dass sie evtl. falsch lagen oder es vielleicht gar nicht so schlimm ist, was sie da gerade strikt verboten haben.

Und ganz ehrlich: Wie konsequent man ist, hängt auch immer ein bisschen von der eigenen Tagesform ab. Wenn ich platt bin, einen harten Tag hinter mir habe, werde ich höchstwahrscheinlich weniger energisch dahinter sein, dass das Kind nur eine Folge der Lieblingsserie schauen soll. Vielleicht bin ich einfach froh um die Auszeit, die auch mir damit beschert wird und erlaube daher auch mal mehr. Ich finde also, man muss sich das Leben nicht immer schwerer machen, als es ist und kann einem Kind auch mal erklären, warum es heute anders läuft als sonst. Auch sie können das Prinzip einer Ausnahme irgendwann verstehen. Also einer meiner Lifehacks für Eltern: Auch mal Fünfe gerade sein lassen!

L – Leben und leben lassen/Lifehacks für Eltern

Liebe Eltern, Kinderkriegen und Kinderhaben ist kein Wettbewerb! Und dennoch ist nirgends der Konkurrenzkampf und die Suche nach dem Besseren größer als sonstewo! In sämtlichen Foren, auf Facebookseiten und auf Instagram liest man immer wieder unschöne Kommentare zu allen möglichen Erziehungsthemen. Jeder glaubt, es besser zu machen und zu können, als die anderen und nur sein Weg ist der einzig richtige. Ich sage dazu nur eins: Es gibt genug „Erziehungsexperten“ auf diesem Planeten, die uns eintrichtern wollen, dass wir eigentlich alles falsch machen und wir die übelsten Rabeneltern sind.

Reicht das nicht? Müssen wir Eltern uns wirklich auch noch gegenseitig das Leben schwer machen? Wir haben doch viel mehr davon, uns aufzubauen, zu unterstützen, auszutauschen und zu vernetzen. Und by the way, es gibt nicht DEN einen wahren Weg, es gibt auch nur sehr wenige FALSCHS, es gibt nur ein anders. Leben und leben lassen ist die Devise (außer natürlich das Kindeswohl ist in Gefahr). Wir haben genug damit zu tun, unsere eigenen Kinder groß zu kriegen, da müssen wir nicht noch für alle anderen auch mitdenken und erziehen! Also, einer meiner dringendsten Lifehacks für Eltern: Schluss mit Mütter-Bashing! So, das sollte mal gesagt sein!

M – Menschenhasser

Vorsicht! Sobald du ein Kind hast, wirst du zum Menschenhasser. Alle Menschen sind plötzlich eine potenzielle Gefahr für den Schlaf, die Gesundheit und das Leben deines Kindes! Hunden, die Bellen, gerade als dein Kind nach einer gefühlten Wanderung mit Kinderwagen endlich eingeschlafen ist, möchte man den Hals umdrehen… Oder den Herrchen/Frauchen, die ihren Hund gefälligst im Zaum halten sollen. Oder Raucher, die sich im Außenbereich des Cafes direkt an den Nachbartisch setzen, OBWOHL wir mit einem Baby/Kleinkind da sitzen. Das sind nur ein paar Beispiele.

Mir ist erst spät klar geworden, dass andere mein Kind oft gar nicht wahrnehmen oder registrieren und wenn doch, dann nicht so weit denken, dass ihr Verhalten störend sein könnte. Wahrscheinlich denken sie wie ich früher: „Wenn ein Kind schläft, dann schläft es und man kann einen Presslufthammer daneben laufen lassen und es wacht nicht auf“. Kann ja keiner ahnen, dass das bei meinem Kind niemals so war… Aber in den meisten Fällen denkt keiner darüber nach und man ist als Mama oder Papa eben selbst für den Schlaf und die Gesundheit des eigenen Kindes verantwortlich. Dann setzt man sich im Cafe eben um, damit der Zigarettenrauch mein Kind nicht direkt anweht. Oder geht mit dem schlafenden Kind im Kinderwagen an einem ruhigen Ort spazieren, wo wenig Lärmquellen sind.

N – Nähe

Keiner hat mir vor oder während der Schwangerschaft gesagt, dass Kinder soviel Nähe brauchen. Es wird ja immer groß erzählt, dass Babys viel schlafen, am besten im eigenen Bettchen, gerne im Kinderwagen liegen etc. Tja, Pustekuchen. Mein Kind war (und ist oft immernoch) so nähebedürftig, dass sie manchmal am Liebsten wieder in mich reingekrochen wäre. Da war nix mit im eigenen Bettchen schlafen und auch der Kinderwagen war nicht die erste Wahl. Ich habe meine Große monatelang gefühlt 24 Std/Tag getragen bzw. anderweitig am Körper gehabt. Im Tragetuch, ohne Tragetuch und nachts auf meinem Bauch liegend.

Eigenes Bettchen? War lange Zeit unbenutzt, das Gitterbett hätten wir uns getrost sparen können. Jetzt beim zweiten Kind stand also fest, dass wir keinesfalls vorab Geld in ein Kinderbett investieren werden… Es gibt natürlich auch Kinder, die gerne ihre Ruhe haben, im eigenen Bett schlafen und Tragetücher doof finden. Aber darauf würde ich mich nicht (nochmal) verlassen. Was mir keiner gesagt hat und womit ich mich auch irgendwie vorab nicht beschäftigt habe: Menschenbabys sind Traglinge 😉

O – Oma und Opa

Was soll ich dazu groß sagen: Oma und Opa sind spitze. Wenn man sie in der Nähe hat ist es ein Segen. Wenn nicht, ist es ganz schön anstrengend, so ohne familiäre Unterstützung. Dafür um so schöner, wenn sie dann zu Besuch sind oder uns ins Hotel Mama/Oma einladen. Ein Hoch auf die Großeltern!

P – Prinzipien

Prinzipien sind so eine Sache. Man kann sich vor der Geburt des Kindes viele Gedanken machen, was einem in der Erziehung wichtig sein wird. Welche Prinzipien man hat und in welchen Punkten man unbedingt konsequent sein möchte. Ich hatte zum Beispiel immer gesagt, dass mein Kind im eigenen Bett schlafen wird. Mein Kind nehme ich nicht mit in mein Bett. Diese Vorstellung hielt an bis mein Kind wenige Tage alt war. Denn schnell stellte sich heraus, dass mein Kind ein Nähebedürfnis für 3 Kinder hat. Dass sie am Liebsten wieder in mich hineingekrochen wäre. Da das nicht ging, blieb ihr nichts anderes übrig, als auf, über und neben uns zu liegen. Gaaanz nah!

Also schlief sie nur auf meinem oder Papas Bauch liegend. Kinderschlaf ist eben unberechenbar… Und so ist es vielleicht mit vielen Dingen, die man sich vorher so überlegt hat. Wartet damit am besten, bis euer Kind auf der Welt ist. Es übernimmt dann ganz allein die Führung (wenn es darf) und sagt euch an, was Sache ist. Einer der Lifehacks für Eltern schlechthin: Am Besten, ihr akzeptiert euren neuen Chef/Chefin wie er/sie ist ;)! Das macht die Zusammenarbeit leichter. 

Q – Quatsch

Kinder haben immer Quatsch im Kopf. Ihnen fallen die interessantesten Ideen ein und setzen diese auch oft direkt in die Tat um. Meistens schneller, als man das größte Übel verhindern kann. So wird beispielsweise der Joghurt in einem unbeobachteten Moment zur Bodylotion umfunktioniert. Wenn man sich dann wieder zum Kind umdreht, dann hat man plötzlich ein weißes Joghurtmonster vor sich sitzen. Oder die neuen Stempel werden nicht nur zur Verzierung des Papiers genutzt, sondern Körper und Kleidung werden auch damit aufgemotzt. Oder oder oder. Und jedes Mal muss man sich entscheiden. Lachen oder Weinen?

Meine Empfehlung und dahin einer der Lifehacks für Eltern: Immer Lachen! Meine Devise lautet: „Ist nicht so schlimm“. Das hat mein Kind inzwischen schon so häufig gehört, dass sie es direkt selbst sagt, wenn irgendetwas passiert ist oder sie etwas (lustiges) angestellt hat. Und Kinder sollen doch auch Kinder sein, ausprobieren, testen und lachen, lachen, lachen. Also mitlachen, selbst nochmal Kind sein und den Quatsch im eigenen Kopf auch in die Tat umsetzen. Die Kinder lieben es!

R – Reizüberflutung

Dieses Wort ist in aller Munde unter Eltern, Ärzten und weiteren Experten. Es heißt, dass Kinder zu viele Sinnesreize auf einmal nur schwer verarbeiten können. Daher soll die Umgebung von Babies und Kleinkindern möglichst reizarm (oder salopp gesagt langweilig) gestaltet werden. Aber mal ganz ehrlich, wer denkt denn an unsere Reizüberflutung? Folgende Situation war und ist kein Einzelfall: Ich habe das lauthals schreiende (Überforderung des Hörsinns) Kind auf dem Arm. Es klammert sich fest an mich (Taktile Reizüberflutung). In meine Nase steigt dabei der Geruch einer vollen Windel, welcher einer Stinkbombe gleichkommt (Überbelastung des Geruchssinns). Das Szenario spielt sich im Kinderzimmer ab, wo ich nebenbei das absolute Spielzeugchaos sehe (visuelle Überforderung). Und im Mund habe ich einen unangenehmen Geschmack, weil ich vor lauter Aufregung und Kinderbetreuung nicht zum Trinken komme (Herausforderung für den Geschmacksinn)…

Hier werden innerhalb weniger Sekunden alle 5 Sinnesreize auf einmal stark (über)belastet. Wenn also von Reizüberflutung gesprochen wird, liebe Experten, dann bedenkt bitte unbedingt beide Parteien! 

S – Schlafmangel und Schokolade

Ihr denkt euch jetzt bestimmt, wie diese beiden Punkte zusammenpassen könnten. Ich erkläre es euch gerne. Als  Eltern leidet man vor allem in den ersten Lebensmonaten und länger an Schlafmangel. Die Kinder machen die Nacht zum Tag, haben noch keinen Schlafrhythmus und wenn sie doch langsam einen entwickelt haben, heißt das noch lange nicht, dass dieser mit unserem Schlafrhythmus vereinbar ist. Das heißt Augenringe bis zum Kinn und ein ungesund hoher Kaffeekonsum gehören bei Eltern kleiner Kinder eben einfach dazu. Was das mit der Schokolade zu tun hat? Ganz einfach: Schlafmangel führt zu schlechteren Nerven und die kann man nur mit Nervennahrung wieder stärken. Schokolade hat also aus meiner Sicht eine heilende Wirkung. Endorphine werden ausgeschüttet, es schmeckt lecker und sofort denke ich, es geht mir besser.

Daher gehören beide Punkte für mich zusammen. Aber davon abgesehen: Schokolade ist ein Helferlein für viele Lebenslagen einer Mutter: Das Baby schreit und lässt sich nicht beruhigen. Ein Stück Schokolade macht alles einfacher. Sind die Kinder älter ist es wichtig, die Schokolade nicht vor den Augen der Kinder zu essen, weil sie dann auch welche möchten und vermutlich nicht so viel Schokolade essen sollen. Schokolade ist quasi wie Medizin! Zum Glück ist sie nicht verschreibungspflichtig!

T – Trotzphase

Naja, davon können wohl alle Eltern von Kleinkindern ein Lied singen. Ich habe auch des öfteren ein tollwütiges Kind zu Hause (oder unterwegs). Besonders angesagt bei Kindern in der Phase ist das Wörtchen „Dooooch“. Es wird immer laut und vehement benutzt und gerne auch in Situationen, wo es nicht passt. Kleines Beispiel: Die Große fragt mich nach einer Wurst (knabbert zwischendurch gern mal ein Stück Fleischwurst). Ich sage ihr, dass ich keine Wurst mehr habe, weil sie diese am Vortag aufgegessen hatte. Obwohl ich der Großen den leeren Kühlschrank zeige, schreit sie dann (an schwierigen Tagen) lauthals „doooooch“ und tut weiterhin so, als würde ich ihr absichtlich Wurst vorenthalten, die aber gar nicht da ist.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur eines Empfehlen: Gelassen bleiben, Kind durch Wutanfall begleiten und weitermachen im Konzept. Inzwischen weiß man ja, dass die Kinder das nicht tun, um ihre Eltern zu ärgern, sondern weil sie es nicht anders können, von ihren Gefühlen selbst überrollt werden und dann überfordert sind. Schimpfen bringt also gar nichts…

U – Urlaub

Hier möchte ich gerne auf meinen (allerersten) Blogpost Mutter in ErziehungsUrlaub – ernsthaft? verweisen. Nur schonmal soviel: Wer glaubt, dass Muttersein oder Elternzeit (wie es heutzutage ja heißt) Urlaub ist, der hat sich geschnitten.

W – Warum?

Kaum ein Wort bringt Eltern mehr aus der Fassung, auf die Palme oder in unangenehme Situationen als das Wörtchen „Warum“. Dieses Wort werden Eltern von 3-4-jährigen Kindern nämlich täglich gefühlt tausendmal hören. Dabei können Fragen gestellt werden wie: „Warum ist der Mann neben uns im Bus eigentlich so fett?“. Oder „Warum pubst unser Hund so laut?“. Oder „Warum sind Marienkäfer rot?“. Und viele weitere Fragen, die man entweder nicht beantworten kann oder nicht beantworten will und in der Öffentlichkeit richtig peinlich werden können. Nebenbei erwähnt, das habe ich alles schon erlebt. Also: Zieht euch warm an!

X – X mal

Der Buchstabe X darf in meinem Erziehungs-ABC natürlich auch nicht fehlen. Glaube nicht, dass es reicht, wenn du EINMAL etwas sagst. Die Wunschvorstellung ist natürlich immer, dass man das Kind EINMALbittet, die Schuhe anzuziehen und es tut, was man wünscht. Nein… So einfach ist das meistens nicht. Oft muss man es x-mal sagen. Oder eine Regel: Bitte werfe das Spielzeug nicht durch die Gegend. Man sollte meinen, dass ein Kind diese Regel irgendwann verinnerlicht hat. Aber nein, das wirst du wahrscheinlich noch x-mal sagen müssen. Oft liegt es daran, dass die Kinder nicht richtig zuhören, mit anderen Dingen beschäftigt sind oder das Gesagte für nicht so wichtig erachten. Ruhig bleiben, spätestens NACH der Pubertät wird es bestimmt besser!

Z – Zähne

Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber Zähne können richtige A….löcher sein. Ich habe zwar schon von Kindern gehört, die vom Durchbrechen der Zähne nicht viel merken. Allerdings habe ich das Gefühl, das sei ein Mythos. Mein Kind jedenfalls hatte während des Zahnens enorme Schwierigkeiten. Von Unwohlsein über Schreiattacken in der Nacht bis hin zu 40°C Fieber war alles dabei. Ich habe die Zähne wirklich mehrfach verflucht. Bloß ohne Zähne wäre das ja auch nix. Man muss also durch, sowohl Kind, als auch Eltern. Vielleicht eine kleine Hoffnung für alle Leidtragenden: Seit mein Kind alle Zähne hatte (war ca. mit 2,5 Jahren soweit), schläft sie deutlich häufiger durch! Es besteht also Hoffnung! Einer meiner mitfühlendsten Lifehacks für Eltern lautet daher: Haltet durch!!!

So, das war’s, (fast) alle Buchstaben haben ihr Fett weg bekommen. Natürlich hoffe ich, dass für euch der ein oder andere Schmunzler dabei war.  Ach ja, und lasst euch nicht beirren: Kinderhaben ist toll, aber eben nicht immer nur eitel Sonnenschein…

5 Kommentare

  • Petra :)

    Eigentlich kann ich mit diesem Thema noch wenig anfangen, ohne Kinder. Die Idee ein Erziehungs ABC zu veröffentlichen finde ich aber toll. Auch wenn ich ab und zu schmunzeln musste, haben deine Aufzählungen sicher etwas Wahres 😉

  • Eileen

    Ich musste hier und da schon schmunzeln, ich habe zwar noch keine Kinder erkannte aber einiges aus meiner eigenen Kindheit bzw. dem heutigen Leben von Freundinnen die ihre Kinder gerade bekommen haben.

    Und Feuchttücher finde ich auch als kinderlose sehr gut 😀

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  • Bettina Halbach

    🙂 das Erziehungs-ABC – tolle Idee, so einen Beitrag zu schreiben… ich kann da leider nicht mitreden, da ich keine Kinder und keine Familie habe, aber an der Stelle wo du Oma und Opa erwähnst und Schokolade und Schlafmangel musst ich schmunzeln, von irgendwo her kenne ich das… liebe Grüße Bettina

  • Avaganza

    Eine witzige Beitragsidee! Ich habe selbst 2 kleine Kinder und habe mich immer auf meine Intuition verlassen … obwohl ich als studierte Psychologin auch viel Fachwissen habe, halte ich von Lehrbuchpädagogik nicht allzu viel. Wenn man selbst Kinder hat, ist dann doch vieles anders. Ich musste jedenfalls bei einigen Punkten schmunzeln.

    lg
    Verena

  • Svenja (Hauptstadtpflanze)

    Oh ja, eine treffende Zusammenstellung! Und sie erinnert mich mal wieder daran, wie gut es war, ständig Feuchttücher dabei zu haben. Wie konnte ich eigentlich damit aufhören, nur weil die Kinder größer sind? Naja, das Wort Bäh hat dafür bei uns die 2,5 Jahre weit überdauert! Viele Grüße, Svenja

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