Achtsamkeit

Geschwisterchen kriegen – wie unser Kind vom Baby erfuhr

Wie ihr wisst, wird die Große in wenigen Wochen ein Geschwisterchen kriegen. Nachdem wir den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielten, war die Freude für meinen Mann und mich riesig. Doch wie sollten wir unserer Großen davon erzählen? Das ist ja keine Larifari-Nachricht, die man mal so eben nebenbei raushaut oder? Und wann sollte das Geschwisterkind davon erfahren? Gleich von Anfang an? Oder erst wenn ein Bauch zu sehen ist? Wie wird es reagieren? Mit Freude oder gar Eifersucht? Fragen über Fragen kommen da zu den ohnehin schon neuen und alles verändernden Hormonen dazu…

Mein Mann und ich haben uns also viele Gedanken gemacht und entschieden, dass die Große noch nicht sofort davon erfahren soll. Vor allem, weil wir Angst hatten, sie würde es evtl. direkt an alle rausposaunen, obwohl wir es zumindest ein paar Wochen erst noch für uns behalten wollten. Nur die Familie und enge Freunde weihten wir schon früher ein. Außerdem waren wir uns nicht sicher, ob sie ohne wachsenden Bauch schon verstehen würde, was da vor sich geht. Obwohl sie schon bei einer sehr guten Freundin den Verlauf einer Schwangerschaft beobachten konnte.

Wir beschlossen also, vor ihr noch nicht gleich offen über das „Baby im Bauch“ zu sprechen. Selbstverständlich war aber die „Schwangerschaft“ immer mal Thema. Allerdings konnten wir uns nicht vorstellen, dass ein Kleinkind mit diesem Begriff schon etwas anfangen konnte.

Vorfreude auf das Geschwisterchen
Vorfreude auf das Geschwisterchen

Wie wir die Nachricht vom Geschwisterchen kriegen verkünden wollten:

Außerdem überlegten wir uns auch, WIE die Große von dem Baby im Bauch erfahren sollte und wie wir ihr das Ganze etwas anschaulich und möglichst pädagogisch wertvoll begreiflich machen konnten. Dazu bestellte ich zwei Bücher im Internet zum Thema „Geschwisterchen kriegen“ und Schwangerschaft. Okay, im Nachhinein war das eine Buch noch nicht altersgerecht für sie und das Andere fand ich so lala. Aber es erklärte immerhin, was es mit einem Baby so auf sich hat und was auf das große Kind zukommt.

Wir entschieden uns dann, sie am 2. Adventswochenende (kurz vor Ende der kritischen Zeit) einzuweihen und ihr anhand des neuen Bilderbuches die Nachricht vom Geschwisterchen zu verkünden. Doch wie das immer so ist: Man macht sich tausend Gedanken, der rationale Teil in einem kommt mit den besten pädagogischen Ratschlägen daher und das Mutterherz bangt um die Reaktion des Kindes. Und dann kommt alles ganz anders als geplant…

Wie es wirklich kam:

Am Freitag vor dem 2. Adventswochenende saßen wir alle drei gemeinsam am Frühstückstisch und dachten an nichts Böses. Die Große hatte gerade ihr allmorgendliches Toastbrot vertilgt und kletterte wie so oft danach noch ein bisschen zum Kuscheln auf meinen Schoß. Bis hierhin nicht verdächtig. Doch auf einmal nahm sie meinen (noch nicht besonders großen) Bauch in Augenschein. Zog dann sogar auch meinen Pulli hoch, guckte konzentriert und haute dann einfach so und völlig aus dem Nichts „Mama, da ist doch ein Baby drin“ raus. Mein Mann und ich schauten uns komplett perplex an und antworteten dann etwas zeitverzögert und völlig überrumpelt, dass sie recht hätte und in Mamas Bauch wirklich ein kleines Baby sei.

Schnell kramten wir das dafür vorgesehene Bilderbuch heraus und guckten es uns gemeinsam an. Sie war hoch interessiert und wollte wissen, wann das Baby kommt. Natürlich kann sie diese Zeitspanne noch nicht überblicken, daher habe ich ihr erklärt, das Baby käme im Sommer, wenn es draußen wieder warm sei. Sie betonte dann noch eindringlich, dass sie das Baby dann auch tragen möchte, wenn es da ist.

Kinder und ihr Gespür

Es ist schon verrückt, was Kinder spüren. Wie sie sich ihren eigenen Reim auf die Dinge machen und manches dann mit einer Selbstverständlichkeit äußern, dass es uns Erwachsenen den Atem verschlägt! 

Seither wird das Thema immer wieder mal von ihr aufgegriffen. Wir haben uns entschieden, dass sie von sich aus mit dem Thema und ihren Fragen auf uns zukommen soll und wir sie jetzt nicht damit nerven wollen. Sie gibt das Tempo und die Intensität vor. Immer wieder mal spricht sie vom Baby im Bauch, dass es noch wachsen muss, dass es „morgen“ (ihr Oberbegriff für ALLES was in der Zukunft liegt) rauskommt und sie es dann tragen möchte. Ansonsten vergehen zum Teil auch viele Tage, in denen sie nicht davon spricht. Aber in ihr Abendgebet schließt sie das Baby TÄGLICH mit ein.

Ich bin so stolz, dass das sie sich die Sache irgendwie selbst erschlossen hat, dass sie sich so sehr freut und aufgeregt ist und bin mir ganz sicher, dass sie eine ganz tolle große Schwester abgeben wird.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade #sonntagsglück von soulsistermeetsfriends teil.

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